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Sind unsere Körper warm oder kalt? Beim Messen und Vergleichen entdecken die Kinder, dass ihr Körper ständig ein bisschen Wärme produziert. Wie ein kleines Heizkraftwerk hält er uns angenehm warm. Tauchen Krankheitserreger auf, fährt das Immunsystem die Heizung hoch – Fieber entsteht.

Du brauchst:

  • Alter: ab 3 Jahren
  • Zeitbedarf: mind. 30 min
  • Material:
    • Fieber- und Raumthermometer
    • 3 bis 4 Gefäße aus Glas, Metall oder Keramik

So funktioniert's

  • Fieber und Fiebermessen kennen wohl die meisten Kinder. Frag sie zur Einstimmung, was sie damit verbinden. Wie fühlt sich Fieber an? Wahrscheinlich wissen viele Mädchen und Jungen, dass der Körper dann ganz heiß wird und sie sich schwach fühlen. Auch den Schüttelfrost zu Beginn und das Schwitzen am Ende kennen bestimmt einige von ihnen. Für die meisten Kinder sind Krankheit und Fieber vermutlich mit eher unangenehmen Empfindungen verknüpft. Vielleicht haben manche Mädchen und Jungen aber auch positive Assoziationen, etwa weil sie dann besonders umsorgt werden oder ihre Lieblings-Süßigkeit bekommen. 

  • Bereite mindestens eine halbe Stunde vor Beginn drei Gefäße mit lauwarmem Leitungswasser vor. Lass zwei im Raum stehen, während du das andere draußen aufstellst, damit sie die jeweilige Umgebungstemperatur annehmen können. Wenn möglich, beziehe hier die Kinder schon ein und besprich mit ihnen, wozu ihr die Schüsseln braucht.

  • Zunächst erforschen die Mädchen und Jungen ihre eigene Körpertemperatur. Ist ihnen gerade zu kalt, zu heiß oder finden sie die Umgebungsluft angenehm warm? Wer hat kalte Hände oder Füße? Unser Körper ist nicht an allen Stellen gleich warm. Ermuntere die Kinder, die wärmsten Stellen ihres Körpers zu finden, z. B. Stirn, Achselhöhle oder Mundraum. 

    Mit Fieberthermometern können die Mädchen und Jungen nun überprüfen, wie warm die einzelnen Körperstellen wirklich sind. Am genausten lässt sich die Temperatur mit einem Infrarotthermometer im Ohr messen. Wenn richtig gemessen wurde, sollte sie etwa zwischen 36 und 37 °C liegen, an den anderen Körperstellen ist sie meist etwas niedriger. Was denken die Kinder, ist das warm oder kalt?

  • Temperatur ist eine sehr abstrakte Größe, die für Kinder schwer fassbar ist. Doch auch jüngere Mädchen und Jungen können ihre Körpertemperatur mit der Temperatur anderer Objekte vergleichen. Dazu fühlen sie zunächst, wie kalt die vorbereiteten Gefäße mit dem Wasser sind. Wo ist es kälter, draußen oder drinnen? Und fühlt sich die Luft genauso kalt an wie die Gefäße?

    Schütte nun gemeinsam mit den Kindern sehr langsam heißes Wasser ins eins der beiden Gefäße, die drinnen standen, bis die Wassertemperatur auf Körpertemperatur, also 36-37 °C geklettert ist. Rege sie an, auch dieses Gefäß mit den anderen zu vergleichen. Sie werden feststellen, dass unsere Körper außer an extrem heißen Sommertagen fast immer wärmer sind als die Umgebung. Um nicht auszukühlen, müssen unsere körpereigenen Kraftwerke die ganze Zeit heizen.

    Befülle anschließend mit den Mädchen und Jungen ein viertes Gefäß mit 38 °C bis 40 °C heißem Wasser und lass sie erneut fühlen. Können sie sich vorstellen, dass ihre Körper bei Fieber so heiß werden können?  

  • Wir Menschen sind gleichwarm. Das bedeutet, dass unser Körper unabhängig von der Umgebungstemperatur eine relativ konstante Temperatur zwischen etwa 36 °C und 37 °C hat, die normalerweise nur um wenige Zehntelgrad schwankt. Beispielsweise ist sie morgens etwas niedriger als am Abend. Bei verschiedenen Erkrankungen, z. B. einer Virusgrippe, reagiert unser Körper mit einer Erhöhung der Körpertemperatur, um die Krankheitserreger besser bekämpfen zu können. Ab etwa 37,5 °C spricht man von erhöhter Temperatur, ab etwa 38 °C von Fieber. 

    Wie entsteht Fieber? Unser Immunsystem signalisiert dem Wärmesteuerungszentrum im Gehirn, dass es eine Infektion gibt, für deren Bekämpfung Fieber hilfreich ist. Daraufhin setzt das Wärmesteuerungszentrum den Sollwert für die Körpertemperatur hoch. Die Körpertemperatur, die sich gerade noch angenehm angefühlt hat, ist jetzt zu kalt: uns fröstelt es. Also produziert unser Körper Wärme, bis der neue, höhere Wert erreicht ist – wir haben Fieber. Nach dieser Phase fällt der Sollwert wieder auf die Ausgangstemperatur zurück. Der Körper ist jetzt zu heiß, weshalb wir schwitzen, um ihn abzukühlen.

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