Direkt zum Seiteninhalt springen

An manchen Sommertagen kann es so heiß werden, dass es unangenehm ist, sich an manchen Orten aufzuhalten. Die Kinder spüren Hitze-Inseln in der Einrichtung auf und erforschen den Effekt von Materialeigenschaften und Schatten auf die Temperatur.  

Du brauchst:

Alter: ab 3 Jahren

Zeitbedarf: mind. 30 min

Material: Thermometer, Schälchen, Sand, Steine, Wasser, heller und dunkler Stoff 

So funktioniert's:

  • Wir bekommen den Klimawandel seit Jahren zunehmend zu spüren, unter anderem durch starke Hitze im Sommer. Frag die Kinder, wie es ihnen mit der Hitze geht. Wie fühlen sie sich? Bemerken sie, dass sie schneller schlapp werden und mehr Durst haben? Nimm einen heißen Tag zum Anlass, um mit den Kindern Hitze-Inseln in der Einrichtung aufzuspüren und diese abzukühlen. 

  • An sehr sonnigen Tagen können manche Orte unangenehm heiß werden. Dort wirken verschiedene Faktoren wie starke Sonneneinstrahlung, dichtes, dunkles Material sowie wenig Luftzirkulation zusammen.  

    Im Außengelände und unmittelbar um das Gebäude herum lässt sich besonders gut erforschen, welchen Einfluss der Oberflächenbelag auf die Temperatur hat. Dazu legen die Kinder an einer sonnigen Stelle ihre Hände auf Asphalt oder Stein und auf Gras. Was fühlen die Mädchen und Jungen? Mit Stein oder Asphalt versiegelter Boden erhitzt sich stärker und speichert Wärme besser als natürlicher Boden. Die Verdunstung von Wasser sorgt außerdem für einen kühlenden Effekt auf dem Gras, der bei Asphalt oder Stein fehlt.   

    Nicht nur das Material, sondern auch die Farbe von Oberflächen hat einen Einfluss auf die Temperatur. Dunkle Farben nehmen mehr Sonnenlicht auf und wandeln es in Wärme um, wohingegen helle Farben das Licht stärker reflektieren und somit kühler bleiben. Falls eure Einrichtung verschiedene Wandfarben hat, können die Kinder mit ihren Händen spüren, dass sich dunkle Farben in der Sonne stärker erhitzen. Diesen Effekt lässt sich auch am eigenen Körper nachvollziehen. Dazu halten sich die Mädchen und Jungen zunächst ein Stück hellen Stoff vor den Bauch und stellen sich kurz in die Sonne. Anschließend tauschen sie den hellen gegen den dunklen Stoff. Womit wird es wärmer? 

    Macht im Anschluss eine Erkundungstour durch die Einrichtung, bei der die Kinder fühlen und messen, wo die Temperaturen besonders hoch sind. Gibt es Orte, an denen es extrem heiß ist? Was unterscheidet sie von den kühleren Orten? Im Anschluss dokumentieren die Mädchen und Jungen ihre gewonnenen Erkenntnisse, beispielsweise auf einem Poster.  

  • Nachdem die Kinder die heißesten Orte eurer Einrichtung identifiziert haben, geht es darum, diese abzukühlen. Eine wirksame Maßnahme ist Beschattung. Um den Effekt von Schatten zu erforschen, platzieren sie Steine, Sand und Schälchen mit Wasser jeweils an einem sonnigen Ort und parallel einem schattigen Platz. Nach etwa 20 Minuten können die Mädchen und Jungen feststellen, dass sich die Materialien in der Sonne stärker erwärmt haben als im Schatten. Welche weiteren Materialien möchten sie vergleichen? Ist der Effekt bei allen gleich stark? Die Ergebnisse können die Kinder dann zum Abschluss auf dem Poster ergänzen.  

    Vielleicht sind bei euch bereits Maßnahmen zur Beschattung umgesetzt, wie etwa Sonnensegel oder -schirme am Sandkasten sowie Markisen oder Rollläden an den Fenstern. Möglicherweise haben die Mädchen und Jungen Ideen für weitere Orte, die sie gern beschatten würden. 

    Hintergrundwissen und weitere Praxisanregungen zum Thema findest du im Online-Kurs Kühler Kopf und grünes Dach – mit Klimafolgen umgehen auf unserer digitalen Lernplattform Campus. 

  • Die Gesundheit von Kindern (und alten Menschen) ist vom Anstieg der Temperaturen durch die Klimakrise besonders bedroht. Kinder können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren und reagieren daher besonders empfindlich auf Hitze. Die Gefahr, chronische Krankheiten wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, wird zudem durch häufig auftretende extreme Temperaturen erhöht. Nicht nur unsere körperliche Gesundheit ist von Hitzewellen, Starkregen oder Stürmen betroffen, sondern auch die seelische. Die Klimakrise wirkt auf uns Menschen psychisch und körperlich bedrohlich. Gespräche über Gefühle und gemeinsame Aktionen wie z. B. Maßnahmen zur Anpassung an Klimawandelfolgen setzen dieser Bedrohlichkeit etwas Positives entgegen. Beide Handlungen erzeugen ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und stärken die Gemeinschaft. Informationen, Impulse und Beispiele aus der Praxis gibt es in unserem Bildungsangebot „Was macht der Schneehase ohne Schnee? Klimawandel begreifen, gemeinsam handeln“. 

Zurück zum Seitenanfang