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April, April! Der Frühlingsmonat mit dem vielseitigsten Wetter lockt zu einem Ausflug in den Wald. Die gemeinsame Unternehmung stärkt den sozialen Zusammenhalt und der Wald ermöglicht viele sinnliche und körperliche Erfahrungen, die Anspannung abbauen und sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken können. 

Du brauchst:

  • Alter: keine Beschränkung
  • Zeitbedarf: mehrere Stunden
  • Material: Decke, Ferngläser, Lupen, ggf. (digitale) Mikroskope 

Umfangreiche Informationen, weitere Praxisideen und Tipps zur Lernbegleitung im Wald gibt es in der Handreichung zur Gestaltung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Lernort Wald auf unserer Lernplattform Campus. 

So funktioniert's:

  • Endlich Frühling! Kinder nehmen wahr, dass es wärmer wird, Pflanzen sprießen, Vögel singen und Gerüche sich verändern. Vor allem aber bedeutet Frühling für sie: wieder mehr draußen spielen und nicht jedes Mal Schal, Mütze und Handschuhe anziehen müssen. Die Bewegung ist wichtig und das Draußensein in der Natur auch, denn das stärkt nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit.  

  • Such mit den Kindern einen Ort im Wald, der für euch gut erreichbar ist. Ein wiederkehrendes Anfangs-Ritual für Waldausflüge kann sein, den Wald zunächst mit allen Sinnen auf euch wirken zu lassen. Setzt euch dafür auf die Decke und schließt die Augen. Unterstütze die Mädchen und Jungen durch einzelne gezielte Fragen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und damit langsam zur Ruhe zu kommen: Was hört ihr? Von wo kommen die Geräusche? Wie riecht die Luft? Schmeckt sie vielleicht sogar nach etwas? Und wie fühlt sie sich auf der Haut an? Lass den Kindern für die Konzentration auf die einzelnen Sinne genügend Zeit. Für jüngere Mädchen und Jungen kann diese Übung auch erst auf einen oder zwei Sinne begrenzt werden. 

  • Gib den Kindern Zeit, selbstständig auf Entdeckungsreise zu gehen, denn das freie und eigenständige Entdecken kann die Offenheit und Neugierde der Mädchen und Jungen stärken. Beide Eigenschaften unterstützen Kinder dabei, gut mit Veränderungen in einer sich schnell wandelnden Welt umzugehen, da ihr Gehirn dann Neues eher positiv bewertet. Damit sie sich bei ihren Streifzügen sicher fühlen können, stellt zuvor gemeinsam Regeln auf (wie groß der Bewegungsradius ist, welche Verhaltensweisen nicht erlaubt sind …). Ermutige die Mädchen und Jungen danach, zu berichten, was sie getan, erlebt, beobachtet und sich gefragt haben.  

  • Eine haptische Erfahrung, wie das bewusste Ertasten von verschiedenen Oberflächen, kann innere Anspannung lösen, indem es den Teil unseres Nervensystems aktiviert, der für Entspannung und Ruhe zuständig ist. Dazu führt ein Kind ein anderes, das die Augen geschlossen oder verbunden hat, zu einem Baum und legt dessen Hände auf die Rinde. Das Kind tastet den Baum ab. Nach zwei Minuten wird es wieder zurückgeführt und bekommt die Augenbinde abgenommen. Kann es seinen Baum wiederfinden?  

  • Typische Muster in der Natur sind Verästelungen von Bäumen, die sich vom Stamm bis in die Krone hinein verzweigen. Rege die Kinder dazu an, verschiedene Bäume zu beschreiben und die Verzweigungen zu zählen. Ist das Muster bei allen Bäumen gleich? Wie unterschieden sich verschiedene Baumarten? Im zweiten Schritt untersuchen die Mädchen und Jungen Verästelungen auch im Kleinen. Stelle ihnen dazu Lupen und (digitale) Mikroskope zur Verfügung, damit sie auch in Blättern kleinste Verzweigungen entdecken können. Wo finden die Kinder sonst noch Verästelungen in der Natur? 

    Muster sind ein zentrales Thema in der Mathematik. Ihr Erkennen erfordert und fördert Aufmerksamkeit und Konzentration. Konzentriertes Eintauchen in eine Tätigkeit, wie etwa beim Forschen, kann Ängste reduzieren und emotionale Ausgeglichenheit stärken.    

  • Auch wenn ein Ausflug in den Wald möglicherweise mit Aufwand und Anstrengung verbunden ist, lohnt es sich, ihn zur Routine zu machen. Das gemeinsame Erleben der Gruppe an einem anderen Ort stärkt den sozialen Zusammenhalt der Kinder. Gleichzeitig ermöglicht ihnen ein wiederkehrender Besuch, eine emotionale Verbindung zum Wald aufzubauen. Möglicherweise beobachten die Mädchen und Jungen im Laufe der Zeit Veränderungen in „ihrem“ Wald und sind motiviert, ins Handeln zu kommen, um diesen zu schützen. All dies macht Kinder resilienter, also stärker, um mit Veränderungen und Belastungen umzugehen. Besonders an einem Regentag braucht es vielleicht etwas Extra-Motivation zum Losgehen, aber dafür gibt es dann zahlreiche Pfützen und Regenwürmer zu entdecken!  

  • Frische Luft, helles Tageslicht und eine natürliche Umgebung sind gesundheitsfördernd. Das Forschungsgebiet der Ökopsychosomatik beschäftigt sich mit der Frage, warum und wie genau sich die Natur (Öko) positiv auf unsere psychische (psycho) und körperliche (somatik) Gesundheit auswirkt. Beispielsweise werden die in der Waldluft enthaltenden Duftstoffe untersucht. Bekannt ist, dass diese flüchtigen Stoffe, die wir beim Atmen aufnehmen, stressreduzierend und angstlösend wirken können. Zudem stärken manche dieser Duftstoffe, die sogenannten Terpenoide, auch unser Immunsystem, indem sie die Aktivität und die Anzahl von bestimmten Abwehrzellen im Blut erhöhen. 

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